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Frühere Ausstellungen der Kunststiftung Hohenkarpfen


Ein Leben an der Staffelei. Käte Schaller-Härlin zum 140. Geburtstag

23. Juli bis 12. November 2017

 

Käte Schaller-Härlin (1877 – 1973) zählt zu den interessanten und vielfältigen Künstlerinnen des deutschen Südwestens. Die Kunststiftung Hohenkarpfen präsentierte 2017 anlässlich ihres 140. Geburtstags erstmals einen Überblick über ihr facettenreiches Werk. Die Ausstellung umfasste Studienblätter aus Italien, Entwürfe für sakrale Wand- und Glasmalereien, Porträts und Stillleben sowie Landschaftsmalerei.

 

Viele der in der Kunststiftung Hohenkarpfen gezeigten Werke sind erstmals in der Öffentlichkeit zu sehen. Sie bieten einen völlig neuen Blick auf das Schaffen der Malerin. So war zum Beispiel bisher nicht bekannt, dass sie auch in der Landschaftsmalerei brillierte. Die Studienblätter hingegen ermöglichen es, ihre künstlerische Entwicklung nachzuvollziehen. Die Entwürfe für die sakralen Wand- und Glasmalereien gewähren Einblicke in ihre Arbeitsweise.

 

Schaller-Härlins Schaffen spannt sich vom späten 19. Jahrhundert bis weit in die 1960er Jahre. Sie wurde 1877 als Tochter eines Missionars in Mangalore in Indien geboren und besuchte bereits mit 16 Jahren die Städtische Gewerbeschule in Stuttgart. Anschließend studierte sie an der Damen-Akademie des Münchner Künstlerinnen-Vereins, während sie bereits Illustrationen für die Zeitschriften „Jugend“ und „Meggendorfer Blätter“ schuf. Sie unternahm mehrfach Italienreisen, studierte die alten Meister und übte sich in einer Accademia di belle arti im Aktzeichnen.

 

Im Sommersemester 1909 hörte Käte Schaller-Härlin die Vorlesungen Adolf Hölzels, der mit seinen Studenten kurz zuvor in den Pfullinger Hallen die Wandmalerei erneuert hatte. Außerdem besuchte sie in Paris vermutlich als Gasthörerin die Académie Matisse und studierte bei Maurice Denis. Mit ihren hoch gelobten sakralen Wand- und Glasmalereien eroberte sie eine damalige Männerdomäne. Mehr noch: In der Zusammenarbeit mit Martin Elsaesser, der als der Architekt des modernen protestantischen Kirchenbaus gilt, avancierte sie zu einer Schlüsselfigur im Bereich der neuen Sakralkunst.

 

1911 heiratete sie den Kunsthistoriker und Kunsthändler Dr. Hans Otto Schaller, unter dessen Leitung das Stuttgarter Kunsthaus Schaller zu einer bedeutenden Ausstellungsstätte für die aktuelle südwestdeutsche Kunst wurde. Nach dessen Tod im Ersten Weltkrieg, der sie in eine tiefe Krise stürzte, begann ihre erfolgreiche Karriere als Porträtmalerin: Sie porträtierte bedeutende Köpfe aus Politik, Wissenschaft und Industrie, war auch im Ausland, in der Schweiz, Spanien und Italien, gefragt. Sie lebte fortan nur noch für ihre Malerei, schuf in großer Zahl Porträts und Stillleben sowie einige wenige Kirchenfenster. Ihre besten Porträts entstanden vor allem in den 1920er Jahren, in denen sie sich stilistisch der Neuen Sachlichkeit annäherte.

 

Einen tiefen Einschnitt bildete die Zerstörung ihres Stuttgarter Hauses 1944, bei dem Schaller-Härlin zahlreiche Werke und große Teile ihrer persönlichen Habe verlor. Mit ihrer Hausangestellten Anna Zaiss zog sie nach Eschach bei Schwäbisch Gmünd, wo sie nach anfänglichen Schwierigkeiten weiter malen konnte. Sie porträtierte nicht nur in der Region, sondern reiste auf sogenannten „Malfahrten“ unter anderem nach Berlin und Hamburg.

 

Ab Herbst 1950 lebte sie in der „Villa Schaller“ auf dem Rotenberg, die Martin Elsaesser 1911 für ihren Schwiegervater errichtet hatte. Das einst imposante Gebäude hatte Kriegsschäden erlitten und bot eine zunächst nur provisorische Wohn- und Arbeitssituation. Dort erfuhr das Schaffen der „Bergschallerin“, wie sie sich selbst nannte, einen letzten Höhepunkt. Sie porträtierte zahlreiche bürgerliche Familien des Umlands. Besonders gefragt waren jedoch ihre einfühlsamen Kinderporträts. Die letzten Auftragsporträts entstanden Ende der 1960er Jahre. Danach entstanden meist nur noch kleinformatige Stillleben, in der Regel als Geschenke. 1967 erhielt Käte Schaller-Härlin eine offizielle Ehrung: wie zuvor anderen bedeutenden Malerinnen, etwa Maria Caspar-Filser, wurde ihr das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse verliehen. 1973 starb Käte Schaller-Härlin in Stuttgart-Rotenberg.

 

Zur Ausstellung erscheint im Belser-Verlag die erste wissenschaftliche und umfangreich illustrierte Künstlermonografie über Käte Schaller-Härlin.




Landschaftsbild im Wandel. 30 Jahre Kunstmuseum Hohenkarpfen

9. April bis 16. Juli 2017

 

Im Frühjahr 2017 blickte die Kunststiftung Hohenkarpfen auf 30 Jahre erfolgreiche Ausstellungstätigkeit in den Räumen des 1986 eröffneten Kunstmuseums am Fuß des gleichnamigen Bergs am Ostrand der Hochbaar zurück. Zum ersten Mal wird eine repräsentative Auswahl an wichtigen Leihgaben aus Ausstellungen der vergangenen 30 Jahre gezeigt.

 

Mit ihren fast 80 Themenausstellungen zur Kunst des deutschen Südwestens und Präsentationen einzelner Künstler, die für diese Landschaft prägend waren, hat die Kunststiftung Hohenkarpfen ihren satzungsgemäßen Zweck verfolgt, die für die Region bedeutsame Kunst wissenschaftlich aufzuarbeiten und einem breiten Publikum in ihren Ausstellungen zugänglich zu machen.

Dies geschah beispielhaft zum einen mit einschlägigen Themen­ausstellungen zur Bernsteinschule, zum Landschaftsbild der Oberen Donau und des Oberen Neckar, die jeweils in Kooperatio­nen mit den Landkreisen und Kommunen der Region realisiert werden konnten, sowie zum schwäbischen Impressionismus, den südwestdeutschen Malern in Paris, zur Geschichte der Landwirtschaft in der Kunst oder zu Theodor Heuss und dessen Beziehung zur Kunst. Andererseits wurden mit monographischen Ausstellungen die Lebenswerke zahlreicher Künstler gewürdigt.

 

Die Ausstellung vermittelt anhand von über 50 bedeutenden Exponaten einen Überblick über das südwestdeutsche Kunstschaffen von der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die letzten Jahrzehnte. Dabei liegt der Schwerpunkt, neben Portraits, Stillleben und der Genremalerei, auf der Landschaftsmalerei. Sie spannt den Bogen von Carl Ludwig Frommel, Albert Kappis, Emil Lugo, Hans Thoma, Christian Landenberger, Felix Hollenberg, Maria Caspar-Filser, Hans Purrmann, Erich Heckel, Otto Dix bis hin zu Adolf Hölzel, Willi Baumeister und Jakob Bräckle. Dieser exemplarische Parcours macht das historische Panorama und den Wandel dieser Kunstlandschaft anschaulich nachvollziehbar und gibt immer wieder Anlass, über das Verhältnis zwischen Naturschönem und Kunstschönem nachzudenken.

 

In der ­Zusammen­stellung der Werke und deren Dokumentation in einem zur Ausstellung erscheinenden Katalogband bündelt die ­Ausstel­lung auch die Erkenntnisse aus 30 Jahren Ausstellungs- und Forschungstätigkeit der Kunststiftung Hohenkarpfen und ermög­licht so vielen Besuchern das Wiedersehen mit dem einen oder anderen liebgewonnenen Werk.

 




Der langsame Pfeil der Schönheit. Aus der Sammlung des Kunstmuseums Hohenkarpfen

26. Juni bis 6. November 2016

 

Im Sommer 2016 feierte das Kunstmuseum Hohenkarpfen sein 30-jähriges Bestehen. Die Sommerausstellung präsentierte zu diesem Anlass eine Auswahl an wichtigen Werken aus der eigenen Sammlung.

 

Am Anfang stand die Stiftung eines umfassenden Konvoluts von Darstellungen des Lebens der Menschen und der Landschaft der Hochbaar von der Hand des aus Tuttlingen stammenden Malers und Zeichners Ernst Riess (1884-1962), der Hausen ob Verena durch Herkommen verbunden war. Sie führte zur Gründung der Kunststiftung Hohenkarpfen ebenso wir zur Idee eines Kunstmuseums, das der regionalen Kunstgeschichte im Südwesten Deutschlands gewidmet sein sollte.

 

Im Juni 1986 ist das Kunstmuseum Hohenkarpfen im denkmalgeschützten Ökonomiegebäude des früheren Meierhofs am Fuße des 912 m hohen Bergkegels eröffnet worden. Neben der breitgefächerten Aufarbeitung kunsthistorischer Strömungen widmet die Kunststiftung Hohenkarpfen die Ausstellungen in ihrem Museum der Landschaftsmalerei im deutschen Südwesten. Sie bildet auch den thematischen Schwerpunkt der museumseigenen Sammlung.

 

Diese Sammlung ist in den drei Jahrzehnten stetig gewachsen. Ihren Zuwachs verdankt sie insbesondere Ankäufen des Landes Baden-Württemberg und anderer Institutionen, die dem Museum zur dauerhaften Bewahrung überlassen worden sind, sowie zahlreichen Schenkungen einzelner Werke oder ganzer Konvolute aus privater Hand. So wurde auch der Bestand an Werken von Ernst Riess durch weitere Schenkungen vermehrt.

 

Neben Ernst Rieß sind Felix Hollenberg, Hugo Geissler und Emil Wachter mit Ansichten der näheren Umgebung des Hohenkarpfen vertreten. Die Sammlung umfasst heute darüber hinaus zahlreiche Werke von stil- und schulbildenden Landschaftsmalern der Akademien in Karlsruhe und Stuttgart. Die Tradition der Stuttgarter Akademie ist u.a. mit Gemälden von Gottlieb Friedrich Steinkopf, Robert von Haug, Adolf Hoelzel, Heinrich Altherr und Oskar Schlemmer vertreten, die der Karlsruher Akademie mit Ernst Würtenberger, Walter Conz und August Babberger. Die nach-expressionistische Generation dokumentieren Werke von Franz

Frank, Alfred Lehmann, Peter Jakob Schober und Hans Fähnle. Den regionalen Aufbruch nach dem Zweiten Weltkrieg in der sogenannten Bernsteinschule markieren Werke von Paul Kälberer, HAP Grieshaber und Emil Kiess. Karl Caspar, Wilhelm Geyer und Jakob Bräckle repräsentieren die oberschwäbische Kunstlandschaft.

 




Von COURBET zu SCHUCH. Realismus und reine Malerei

20. März bis 19. Juni 2016

 

Gustave Courbet, 1819 in Ornans in der Franche-Comté geboren und 1877 in La Tour de Peilz am Genfer See gestorben, hat sich mit seiner Malerei und seinem öffentlichen Wirken schon zu Lebzeiten einen Platz als Jahrhundertgestalt der Kunstgeschichte erworben. Courbei erregte weit über Frankreich hinaus enorme Aufmerksamkeit und faszinierte eine ganze Generation von Künstlern.

Besonders in deutschen Künstlerkreisen, etwa um die Frankfurter Maler Otto Scholderer und Viktor Müller oder um Wilhelm Leibl in München, stieß Courbet mit seiner Kunst und seiner Persönlichkeit auf Resonanz. An diesen Orten wurden nicht nur seine Werke ausgestellt, hier hielt er sich auch mehrmals für längere Zeit auf, so 1858-59 in Frankfurt und 1869 in München, wo er vor den bewundernden Augen seiner deutschen Malerkollegen in situ seine Malkunst demonstrierte.

 

Carl Schuch wurde erst posthum bekannt. Von Jugend an finanziell unabhängig und nicht auf Ausstellungen angewiesen, schuf er sein imposantes malerisches Werk praktisch im Verborgenen. Schuch, ein Österreicher deutscher Herkunft, 1846 in Wien geboren und dort auch 1903 gestorben, war vom Lebensweg und Selbstverständnis her ganz Europäer. Häufig wechselte er seinen Wohnsitz, zog von Wien nach München, Rom, Venedig, Brüssel und Paris wieder nach Wien. Für einige Zeit gesellte er sich zum Künstlerkreis um Leibl in München.

In den Jahren 1882 bis 1894 lebte er in Paris, wo er im Dialog mit der französischen Malerei, von Camille Corot über Edouard Manet, Claude Monet bis zu Paul Cézanne, eine aus dem malerischen Duktus lebende autonome Bildsprache und eigenständige künstlerische Position erlangte. Eine herausragende Rolle spielte seine intensive und kritische Auseinandersetzung mit Courbet. Zudem begab er sich von 1886 bis 1893 jeden Sommer in Courbets Heimatregion, wo er die Juralandschaften um den Saut-du-Doubs an der Schweizer Grenze zum zentralen Motiv seiner Landschaftsmalerei machte.

 

Die Zusammenschau der Werke von Gustave Courbet und Carl Schuch im Kreis der Malerfreunde Theodor Alt, Albert Lang, Wilhelm Leibl, Otto Scholderer, Johann Sperl, Hans Thoma und Wilhelm Trübner beleuchtet ein bedeutendes Kapitel der deutsch-französischen Kunstgeschichte und demonstriert die faszinierende Verwandlung des Realismus in reine Malerei.

 

Die Ausstellung ist ein Kooperationsprojekt der Kunststiftung Hohenkarpfen und des Stadtmuseums für Kunst und Geschichte Hüfingen auf Basis der Städtepartnerschaft Hüfingen und Ornans.

 

Für Ihre Unterstützung danken wir unseren Förderern: Stadt Hüfingen; Aesculap AG; Regierungspräsidium Freiburg; den Kreissparkassen Rottweil und Tuttlingen sowie der Sparkasse Schwarzwald-Baar; Toto-Lotto-Stiftung Baden Württemberg.

 




Alfred Wais. Magie der Dinge

26. Juli bis 8. November 2015

 

ALFRED WAIS gehört zu den deutschen Künstlern, die im letzten Jahrhundert die Entwicklung der Malerei vorangetrieben und vollkommen eigenständige Wege der Auseinandersetzung mit dem Gegenstand beschritten haben. Der zeitliche Bogen seines künstlerischen Werks spannt sich von den 20er Jahren bis fast ans Ende des Jahrhunderts. Er hat in seinem Schaffen Synthesen verschiedener Stilrichtungen der Moderne erarbeitet und dabei in der Form erregte, in der Farbe furiose und in den Motiven fantastische Bildwelten von überbordender Sinnlichkeit und Fülle geschaffen, die jeden Betrachter zu faszinieren wissen.

 

Der im Jahr 1905 in Birkach bei Stuttgart geborene Bauernsohn studierte den Jahren1926 bis 1930 in Stuttgart – zunächst an der Technischen Hochschule, dann an der Akademie – Bildhauerei und Malerei. Ab 1929 beteiligte er sich an den Ausstellungen der Stuttgarter Neuen Sezession. Die NS-Zeit überstand er als Kunsterzieher an verschiedenen Gymnasien. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft sowie der Zerstörung seiner Stuttgarter Wohnung mit seinem Frühwerk siedelte er 1946 nach Blaubeuren um, wo er fortan als freischaffender Künstler lebte und am aufkeimenden Kunstleben in Oberschwaben teilhatte. Gleichzeitig nahm er die Verbindungen nach Stuttgart wieder auf, wo er die Freie Gruppe schwäbischer Maler und Bildhauer initiierte, die sich 1952 mit ihrer ersten großen Ausstellung in der Staatsgalerie vorstellte. Wais engagierte sich über Jahrzehnte in herausragender Weise für seine Künstlerkollegen und das Kunstleben in Stuttgart, wo er 1988 starb.

 

Aus dem breit angelegten und technisch vielgestaltigen Oeuvre von Alfred Wais präsentiert diese Ausstellung unter dem Titel „Magie der Dinge“ eine Auswahl von Ölgemälden und Radierungen, die motivisch um die nächstliegenden Gegenstände kreisen, um die Welt, die den Maler alltäglich umgibt. Wais stellt die Dinge nicht dar, er macht sie mit malerischen und grafischen Mitteln lebendig. Den Blumen oder Früchten, Arbeitsgeräten oder Möbeln in seinen Stillleben und Interieurs, den Gräsern, Bäumen oder Gewässern in seinen Gartenszenen und Landschaftsbildern, sowie seinen unvergleichlichen Panoptiken aus Puppen, Plüschtieren oder Marionetten verleiht Wais als bildnerische Schöpfungen ein mal geheimnisvolles, mal irritierendes Eigenleben. Wais schafft Bilder, in denen er die Dinge durch die Macht der Imagination verzaubert und die ihn als einen ebenso wichtigen wie markanten Künstler des deutschen Südwestens ausweisen.

 




Carl Roesch. Ein Schweizer Maler

29. März bis 19. Juli 2015

 

Carl Roesch, 1884 als Kind deutscher Eltern in Gailingen am Hochrhein geboren, wuchs im Thurgauischen Diessenhofen auf. Nach seiner Ausbildung in Winterthur, Karlsruhe und München ließ er sich in Diessenhofen nieder. Der Ort blieb sein Wirkungszentrum bis zu seinem Tod 1979.

 

Der Handwerkersohn Carl Roesch, dem in seinem Streben stets der enge Zusammenhang zwischen Handwerk und Kunst wichtig war, schloss sich dem Werkbund an, dessen Ideen der Verschmelzung von Kunst und Lebensalltag er teilte. Demgemäß fand er insbesondere in der angewandten Kunst ein reiches Betätigungsfeld und hohe Anerkennung. Schon seit jungen Jahren war Roesch ein überaus erfolgreicher Künstler. Nicht nur in der heimischen Schweiz, sondern auch in Deutschland und Frankreich wurden seine Werke ausgestellt und geschätzt. Zahlreiche Aufträge für monumentale Wandmalereien, Mosaiken oder Glasfenster in öffentlichen oder kirchlichen Räumen belegen die Wertschätzung, die Roesch genoss. 1937 vertrat er die Schweiz auf der Weltausstellung in Paris.

 

Carl Roesch ist ein exemplarischer Künstler des 20. Jahrhunderts, in dessen Lebensgang und künstlerischer Entwicklung die Aufbrüche und Abbrüche in Geschichte, Gesellschaft und Kunst dieser Epoche anschaulich werden. Er setzte sich intensiv mit seinen Zeitgenossen auseinander, von Paul Cézanne über Pablo Picasso bis zu den Abstrakten der Nachkriegszeit. Er nahm Anregungen von ihnen in seine künstlerische Arbeit auf und transformierte sie auf eigenständige und sehr eigenwillige Art. Seine Motive reichen von der traditionellen Ikonographie bis zu Themen des modernen Lebens wie Sport und Freizeit. Immer wieder wendet er sich der heimischen Landschaft zu und den in ihr tätigen Menschen – sie bilden die Leitmotive seines umfangreichen persönlichen Werks.

 

Die Ausstellung im Kunstmuseum Hohenkarpfen ist die erste Einzelausstellung zum Werk von Carl Roesch in Deutschland.

Sie wird ergänzt um die Präsentation einer Auswahl von Fotografien der fünfzig Jahre jüngeren Zwillingsbrüder Bruno und Eric Bührer, die das Leben Roeschs und seiner Frau Margrit, die großen Anteil an seinem Lebenswerk hatte, dokumentierten.

 

Die Ausstellung entstand mit Unterstützung der Carl und Margrit Roesch-Stiftung, Diessenhofen, dem Kunstmuseum Thurgau, Kartause Ittingen sowie der Sturzenegger-Stiftung, Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen.

 




Fritz Lang. Zwischen Alb und Afrika

27. Juli bis 9. November 2014

 

Fritz Lang, 1877 in Stuttgart geboren, studierte nach einer Lehre als Dekorationsmaler an der Kunstakademien Stuttgart und Karlsruhe.

In seinen frühen Jahren trug er wesentlich zur Erneuerung des Holzschnitts im Zuge der Kunst des Jugendstils bei. Mit der Aufnahme der Flächencharakteristik der Druckgraphik in seine Malerei entwickelte er in den 1920er Jahren eine ihm eigene künstlerische Formensprache mit stark stilisierenden Linien und Flächenformen. Das Widerspiel von Detailgenauigkeit und strenger Formensprache trägt wesentlich zum Reiz seiner Gemälde und Graphiken bei.

 

Besonderen Anklang fand er mit seinen Tiermotiven und darunter wiederum einheimische und exotische Vögel. Seine Bildwelten sind bevölkert von Hunden und Mäusen, von Pfauen und Spatzen, von Tigern und Panthern, von Papageien und Flamingos – neben vielen anderen Tieren. Eine bedeutende Rolle für seine Themenwelt spielte die Schiffsreise nach Ostafrika, die Fritz Lang von Juni bis Dezember 1928 unternahm. Auf ihr gewann er Eindrücke, die sein Schaffen fortan motivisch bestimmten.

 

Die für diese Ausstellung zusammengestellte Auswahl der Werke, die den Bogen von den Anfängen bis in seine letzten Schaffensjahre schlägt, gibt Gelegenheit in die Bildwelten von Fritz Lang einzutauchen und zu entdecken, dass ihr besonderer Reiz nicht nur im Charme der exotischen Motive liegt, sondern auch im unverwechselbaren Stil und der künstlerischen Eigenart, mit der sie gestaltet sind.

 




Werner Rohland. Figuren, Räume, Landschaften.

13. April bis 20. Juli 2014

 

Der Maler Werner Rohland, 1899 in Crimmitschau in Sachsen als Sohn eines Druckereibesitzers geboren und 1974 in Stuttgart-Bad Cannstatt gestorben, gehört zu jenen Künstlern, denen es zeitlebens schwerfiel, die ihnen angemessene Beachtung zu finden.

 

Nachdem Rohland zunächst eine Buchdruckerlehre im väterlichen Betrieb absolviert hat, arbeitet er u.a. in der Großdruckerei von C.H. Beck in Nördlingen und bildete sich autodidaktisch zum Maler aus. Unter schwierigen Umständen wagt er 1932 den Sprung in die Existenz eines freien Künstlers. Nur mit Mühe hält er sich in den ersten Jahren über Wasser. Rohland wird bestärkt von Freunden wie den Schriftstellern Bruno Götz und Robert Binswanger und dem Maler William Straube, der ihm zum Mentor wird. Er heiratet 1935 und lebt mit seiner Familie am Bodensee. 1939 geht Rohland in seine Heimat zurück. Er wird 1942 eingezogen und dient in einem

Sanitärbataillon. Beim Bombenangriff auf Dresden wird sein gesamtes bis dahin entstandenes Werk zerstört.

 

Nach Krieg und Gefangenschaft lässt er sich in Tiefenbach am Federsee nieder und nimmt am erwachenden Kunstleben in Oberschwaben teil – unterstützt von Landrat Karl Anton Maier und den Künstlerkollegen, die sich miteinander austauschen und gegenseitig helfen. Anfang der 1950er Jahre ist er Mitglied der Freien Gruppe in Stuttgart, bewegt sich hier im Kreis um Alfred Wais und Manfred Henninger.

 

Obwohl seine schwäbischen Künstlerfreunde wie er an den gegenständlichen Ausdrucksformen der Malerei festhalten in Zeiten, zu denen die Abstraktion als quasi einzig rechtmäßige zeitgemäße Sprache der Gegenwartskunst gesehen wurde, bleibt er in dieser Gruppe und in der Folgezeit künstlerisch ein Einzelgänger.

 

Bevorzugte Motive seiner Landschaften und Innenräume, Figurenbilder und Stillleben sind die ihm vertrauten Umgebungen und sein persönliches Umfeld. Stilistisch ist Rohlands Malerei geprägt von seiner entschiedenen Neigung zur französischen Malerei seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert, insbesondere ihrer kultivierten Farbigkeit, kompositorischen Ausgewogenheit und differenzierten flächigen Textur.

 

Die Ausstellung im Jahr des 40. Todestages von Werner Rohland gibt Gelegenheit, diesen Maler intimer Stimmungen und farbiger Nuancen neu zu entdecken.

 

 




Theodor Heuss und die Kunst

21. Juli bis 10. November 2013

 

Wie kein anderer deutscher Politiker neben oder nach ihm hat Theodor Heuss (1884–1963) mit seiner Persönlichkeit weit über sein politisches Wirken und seine Lebenszeit hinaus in Gesellschaft, Kultur und Medien markante Spuren hinterlassen und Maßstäbe gesetzt.

 

Neben seinem publizistischen und politischen Engagement, das ihn zu einem der herausragenden liberalen Politiker in der Weimarer Republik und der Bundesrepublik Deutschland machen und bis in das Amt des Bundespräsidenten führen sollte, blieb Heuss der Kultur und insbesondere der Bildenden Kunst stets eng verbunden. Kunst durchzieht sein Leben wie ein roter Faden und zeigt sich in nahezu allen Facetten. Wichtigen deutschen Künstlern war er ein guter Freund und Wegbegleiter oder wohlgesinnter Kritiker, darunter Hans Purrmann, Albert Weisgerber oder Richard Riemerschmid.

 

Heuss schrieb Ausstellungsberichte und Kunstkritiken für verschiedene Zeitungen oder Beiträge über Architektur und Design. Nach dem Ersten Weltkrieg wirkte er als Kulturfunktionär für den Deutschen Werkbund und nach dem Zweiten Weltkrieg als „Kultminister“ in Württemberg-Baden. Als erster Bundespräsident erlangte Heuss große Popularität und wurde zu einem begehrten Modell für Künstler. Zudem war Heuss selbst leidenschaftlicher Zeichner und bezeichnete sich in dieser Hinsicht als „vergnügter Dilettant“.

 

Die Ausstellung zeigt auf, welche Rolle das vitale Interesse für die Kunst im Leben des „homme de lettres“ Theodor Heuss spielte und auf welche Weise er – sei es als Publizist, sei es als Politiker – im Feld der zeitgenössischen Kunst gewirkt hat. Ausstellung und Katalog veranschaulichen auf beispielhafte Weise, auch die kritischen Aspekte seines Wirkens sowie die Grenzen seines Kunstverständnisses aufzeigend, wie eng bei ihm publizistisches und politisches Handeln mit Kunst und Kultur verbunden ist. Dadurch wird das Bild von Theodor Heuss abgerundet, der als Bildungsbürger, im besten Sinn des Wortes, der breiten Bevölkerung den Weg zu Kunst und Kultur eröffnen wollte.

 

Die Ausstellung zeigt Werke von

Adolf Amberg / Otto Baum / Willi Baumeister / Maria Caspar-Filser / Lovis Corinth / Otto Dix / Otto Eglau / Bernhard Heiliger / Karl Hofer / Hans-Jürgen Kallmann / Gustav Kampmann / Friedrich von Keller / Käthe Kollwitz / Oskar Kokoschka / Max Liebermann / Gerhard Marcks / Reinhold Nägele / Hermann Pleuer / Hans Purrmann / Otto Reiniger / Gustav Schönleber / Renée Sintenis / Hermann Sohn / Karl Stauffer-Bern / Fritz Steisslinger / Karl Stirner / Gustaf Stotz / Kurt Weinhold / Albert Weisgerber / Gottfried Yelin / Heinrich von Zügel / Hermann Heuss sowie Theodor Heuss.

 

Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt mit den Städtischen Museen Heilbronn/Kunsthalle Vogelmann, wo sie vom 15. März bis zum 29. Juni 2014 gezeigt wird.

 

Wir danken dem Familienarchiv Heuss, Basel, und der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus, Stuttgart, für die großzügige Unterstützung.

 




Maria Caspar-Filser. Aus der Heimat in die Welt

24. März - 14. Juli 2013

 

Maria Caspar-Filser wurde 1878 in Riedlingen an der Donau geboren. Schon früh widmete sie sich ernsthaft der Malerei. Sie studierte an den Akademien in Stuttgart und München und gewann bald darauf hohes Ansehen weit über den süddeutschen Raum hinaus. Sie gehörte, jeweils als einzige Frau, zu den Gründungsmitgliedern der SEMA im Jahr 1911 und der Münchener Neuen Secession 1913. In den zwanziger Jahren war sie mehrfach auf der Biennale in Venedig vertreten, 1925 wurde sie als erste deutsche Malerin zur Professorin ernannt. Caspar-Filser war einhellig anerkannt als eine der wichtigsten Künstlerpersönlichkeiten der Zeit.

 

Doch sie und ihr Mann, der Münchner Maler Karl Caspar, mit dem sie seit 1907 verheiratet war, wurden Opfer des vernichtenden Wirkens der nationalsozialistischen Diktatur, während der beide als „entartet“ geächtet und verfolgt wurden. Während dieser Zeit zogen sie sich in die innere Emigration nach Brannenburg am Inn zurück, wo Maria Caspar-Filser bis zu ihrem Tod 1968 lebte.

 

Nach dem Krieg erfuhr sie wieder höchste Ehrungen, wie den Oberschwäbischen Kunstpreis oder das Bundesverdienstkreuz. Allerdings ist ihrem herausragenden malerischen Werk bis heute jene – zuvor erworbene und eigentlich zustehende – überregionale Wirkung versagt geblieben, wie sie anderen verfemten Künstlern, aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu den bestimmenden Avantgarde-Gruppen des 20. Jahrhunderts und deren umfassender kunsthistorischer Würdigung nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zuteil wurde. So bedeutet die Ächtung im Nationalsozialismus für sie (neben persönlichem Leid) einen bis heute wirksamen Einschnitt der kunsthistorischen Wertschätzung, die seitdem in keinem Verhältnis zu ihrem künstlerischen Rang steht.

 

Erstmals nach über zwei Jahrzehnten stellen nun die Kunststiftung Hohenkarpfen und die Stadt Ochsenhausen das Werk Maria Caspar-Filsers wieder umfassend vor. Die beiden Ausstellungen geben einen repräsentativen Überblick über ihr Gesamtwerk und spannen – mit jeweils unterschiedlichen Schwerpunkten – den Bogen vom Frühwerk und den atmosphärischen Landschaftsbildern der Alb über die monumentalen Erntebilder zu den farbprächtigen Blumenstillleben der späten Jahre.

 

Die zweite Ausstellung „Maria Caspar-Filser. Farbenklang und Blütenpracht“ findet vom 30. Juni bis zum 6. Oktober in der Städtischen Galerie im Fruchtkasten des Klosters Ochsenhausen statt.

 




Wilhelm Geyer. Landschaften Portraits Interieurs

Wilhelm Geyer wurde 1900 in Stuttgart geboren und studierte hier an der Kunstakademie von 1919 bis 1926, unter anderem als Meisterschüler von Christian Landenberger. Gleichzeitig beeindruckt vom heftigen Gestus des späten Lovis Corinth, verband Geyer in seiner Malerei die impressionistische Flüchtigkeit seines Lehrers mit einer ihm eigenen expressiven Wucht und schuf Gemälde, die sich zwischen den Polen freier formaler Auflösung und starker emotionaler Aufladung bewegten.

 

Schon bald war er zentrale Gestalt eines Kreises gleichgesinnter Akademieschüler, darunter Hans Fähnle, Franz Frank oder Manfred Henninger, und er gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Neuen Sezession in Stuttgart. Nach dem Studium ließ er sich in Ulm nieder, wo er bis zu seinem Tod 1968 lebte. Hier entstanden die Entwürfe für kirchliche Wandmalereien und Glasfenster, die in der Folgezeit im Zentrum seines Schaffens stehen sollten – unterbrochen von der nationalsozialistischen Diktatur, während der er sich in seiner Existenz bedroht sah, weil seine Werk als „entartet“ diffamiert und ab 1937 aus den öffentlichen Sammlungen entfernt wurden und wegen seiner regimekritischen Haltung. So wurde er wegen seiner Verbindungen zur Widerstandsgruppe Weiße Rose hundert Tage lang inhaftiert.

 

Die christlichen Motive, die seit Geyers Anfängen in den frühen zwanziger Jahren in seinem Werk im Vordergrund standen, verschafften ihm bald Ansehen als bedeutender religiöser Maler ließen ihn sowohl vor als auch nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem der wichtigsten deutschen Kirchenkünstler werden. Bis heute ruht die Anerkennung für das künstlerische Wirken von Wilhelm Geyer vor allem auf seinen religiösen Werken.

 

Die Anerkennung als Maler der sichtbaren Welt – in Landschaften, Interieurs, Portraits – blieb trotz mehrerer Ausstellungen im Vergleich dazu weit zurück. Die Auswahl der Gemälde für die Ausstellung im Kunstmuseum Hohenkarpfen stellt die Motive Geyers jenseits der christlich-religiösen Themen in den Mittelpunkt. Besonders in diesen Bildern mit profanen Themen aus seinem persönlichen Umfeld wird deutlich, warum Wilhelm Geyer, der seine gestisch dynamische Malweise selbst als „malerische Malerei“ bezeichnete, zu den herausragenden Vertretern des „Expressiven Realismus“ der deutschen Malerei im 20. Jahrhundert zählt.

 

In seinen frühen Interieurs, den zahlreichen Selbstportraits und Familienbildnissen sowie den Landschaftsbildern – unter ihnen besonders den Gartenbildern und den späten Neuburger Landschaften – kommt das energisch zupackende Wesen der Malerei Geyers am unmittelbarsten zum Ausdruck. In ihnen verkörpert sich exemplarisch, was Geyer selbst von jeder Kunst forderte: Malerei als „echte Begegnung mit der Welt“.

 

 




Ein Ausflug in die Welt des Malers Jakob Bräckle

1. April bis 15. Juli 2012

 

Eine Ausstellung kuratiert von Arnold Stadler

 

Das Werk Jakob Bräckles hinterließ und hinterlässt bei den meisten Menschen, die für Bilder ansprechbar sind, und zwar einfachen Betrachtern wie auch den sogenannten Experten und Künstlerkollegen, einen großen, ja unvergesslichen Eindruck. Jakob Bräckle, in Winterreute bei Biberach am 10. Dezember 1897 geboren, in Biberach am 29. Oktober 1987 gestorben, ist einer der bedeutenden,

in seinem lebenslangen, kontinuierlichen Schaffen stets gegenständlich gebliebenen Maler Süddeutschlands im zwanzigsten Jahrhundert.

Von 1917 bis 1923 studierte der Bauernsohn, der für den Beruf des Bauern wegen einer durch eine missglückte Impfung in Kindheitstagen bedingten Einschränkung nicht mehr in Frage kam, an der Kunstakademie in Stuttgart. Anschließend kehrte Bräckle für den Rest seines Lebens nach Winterreute und in das nahegelegene Biberach zurück. Hier hat er zeitlebens gemalt, in einem Radius von drei Kilometern, tagsüber, manchmal auch nachts, sommers wie winters, lange genug als sogenannter Freilichtmaler. Sein umfangreiches künstlerisches OEuvre von vieltausend Bildern, fast alle in Öl und auf von ihm bevorzugten kleineren Formaten, das über einem Zeitraum von annähernd siebzig Jahren im Wesentlichen auf ein Thema – die Vergegenwärtigung von „Winterreute“ – , beschränkt ist, steht einzigartig da. Dieses Werk ist auch der Weg eines großen Einzelgängers. Es sind fast ausschließlich Außenansichten, Höfe und Felder, die er uns zeigt. Und Menschen bei der Arbeit. Das ins Bild Gebrachte wird – spätestens von 1958 an auch numerisch – immer weniger, dafür im Format größer und in der Aussage konkreter und deutlicher.

Es ist die Zeit der größten Zäsur in der Geschichte für den Lebensbereich, dem er entstammte: Von Mitte der Sechziger Jahre an sind die Felder flurbereinigt, kanalisiert auf eine bloße Ertragsmaximierung hin. Die Wiesenraine und sonstigen Lebensräume der freilebenden Feldtiere, Feldmäuse, Hasen und Vögel sind wegrationalisiert, die Menschen durch die Maschinen ersetzt und überflüssig geworden. Der Mensch verschwindet zuletzt – seit 1964 – für immer, wenn er

auch weiterhin die Seele des Ganzen sein mag. Man mag das „auf dem Weg in die Abstraktion“ nennen. Doch damit entspricht die Werkgeschichte Bräckles vor allem auch recht genau der Sozialund Kulturgeschichte weiter Teile unserer Welt im zwanzigsten Jahrhundert: dem Untergang der ländlichen Welt auch in Oberschwaben, wie sie seit tausend Jahren, vielleicht auch seit Adam

und Eva, Bestand hatte.

Wie es war, und wie es geworden ist, zeigt uns dieser Maler. Bräckles Werk hat so – wie nebenbei – auch noch einen dokumentarischen Rang, indem darin die im zwanzigsten Jahrhundert in der Globalisationskelter verschwundene ländliche Welt für immer aufgehoben ist. Die Winterreuter, Biberacher, Oberschwaben dürfen sich durchaus glücklich schätzen, dass Bräckles Werk das alles vergegenwärtigt. Doch nicht nur sie, denn, es ist nicht nur Oberschwaben, sondern die Welt anhand des Beispiels Winterreute, die Bräckle ein Leben lang gemalt hat. Bräckle zeigt als Künstler, wie sehr sich das Gesicht und Bild seiner Welt, die ja auch unsere Welt ist, in der Zeit seines Lebens gewandelt hat. Diese Geschichte erzählen Bräckles Bilder auch: und zwar von Anfang bis Ende, und zwar auf eine Weise, wie sie nur ein großer Künstler vermag. Jakob Bräckle ist kein Provinzmaler, sondern ein Weltmaler.

Die Ausstellung zeigt den ganzen Bräckle. Und zwar als Weg – als ein Weg. Das früheste Bild dieser Ausstellung, das „Rote Backhaus“, datiert von 1924; das späteste hier gezeigte ist auch sein letztes: das „Rote Haus“ aus dem Jahr 1986.

Arnold Stadler

 

 

 




Der obere Neckar. Bilder einer Landschaft

Eingebettet zwischen den Höhenzügen des Schwarzwalds und der Schwäbischen Alb erstreckt sich die Landschaft des oberen Neckars von der Quelle im Schwenninger Moos bis nach Rottenburg, wo sich das Flusstal in die weite Ebene öffnet.

Der kontrastreiche Wechsel zwischen den Hochebenen der oberen Gäue, sanft geschwungenem Hügelland, tief eingeschnittenen Tälern und den schroffen Abhängen der westlichen Alb gibt der Landschaft des oberen Neckartals einen ganz eigenen Charakter, der auch Geschichte und Kultur wesentlich geprägt hat. Seit Jahrhunderten bildet der obere Neckar die zentrale Lebensader für die Menschen zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb. Aufgrund der unterschiedlichen geographischen Lage und politischen Zugehörigkeit der Landstriche und Ortschaften hat sich in diesem Raum auch ein kulturell und künstlerisch reichhaltiges Leben entwickelt. Zu diesem Landschafts- und Kulturraum gehören neben den traditionsreichen städtischen Siedlungszentren am Flusslauf – Schwenningen, Rottweil, Oberndorf, Sulz, Horb und Rottenburg – auch die Gäuflächen zu beiden Seiten des Flusses und die Vorlande des mittleren Schwarzwalds und der Schwäbischen Alb.

Die Ausstellung stellt das Land am oberen Neckar als historisch gewachsenen Natur- und Kulturraum vor und gibt einen Überblick über die Darstellungen der Landschaften und Orte beiderseits des Flusses von den frühesten bildnerischen Zeugnissen bis in die Kunst der Gegenwart. Thematische Schwerpunkte bilden Stadtveduten der frühen Neuzeit, Werke der Landschaftsmalerei aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert und Arbeiten der legendären Bernsteinschule, einer Keimzelle der modernen Kunst am oberen Neckar.

Bitte beachten: Nach der Schließung im Wasserschloss Glatt am 11. September ist nur noch der historische Teil im Kunstmuseum Hohenkarpfen zu sehen.




Nützliche Natur. Die Landwirtschaft im Blick der Kunst.

17. April bis 17. Juli 2011

 

Seit Jahrtausenden macht sich der Mensch die Natur nutzbar, indem er sie kultiviert und bewirtschaftet. Mit diesen ökonomischen Eingriffen in die natürliche Tier- und Pflanzenwelt und seinem produktiven Wirken im Umgang mit der Natur prägt der Mensch das Bild der Landschaft, die ihn umgibt. Ein Bild, das infolge unterschiedlicher Formen der Bewirtschaftung und im Zuge des Wandels der Ziele und Methoden der Landwirtschaft massiven Wandlungen unterliegt. Eigenarten und Wandel der kultivierten Pflanzen- und Tierwelt spiegeln sich in der Geschichte der Bilder des landschaftlichen Lebens und Wirkens in Malerei, Graphik, Fotografie und Film.

Die Ausstellung gibt einen Überblick über die künstlerische Auseinandersetzung mit dem agrarischen Landschaftsraum und seinen Lebenswelten, mit besonderem Schwerpunkt auf seinem Erscheinungsbild im deutschen Südwesten. Neben den – schon von der christlichen Ikonographie her – klassischen Motiven des Säens, Pflügens, Erntens, der Viehherden auf den Weiden und in Ställen werden landschaftliche Charakteristika wie Streuobstwiesen, Dreifelderwirtschaft oder die handtuchschmalen Felder infolge der Realteilung ebenso thematisiert wie die Rationalisierung und Mechanisierung der Landwirtschaft, die dazugehörigen Maßnahmen wie z.B. Flurbereinigung oder Aussiedlerhöfe, sowie Aspekte des Landschaftsverbrauchs und der Ökologie.

Die Kunstwerke werden in diesem Zusammenhang aus einem doppelten Blickwinkel betrachtet. Zum einen können sie als unmittelbare Zeugnisse historischer Entwicklungen gesehen werden, zum anderen wird in ihnen eine spezifische Ästhetik der nutzbar gemachten Natur anschaulich, die die unterschiedlichen Künstler in ihrer jeweiligen Zeit auf ganz eigene Weise artikulieren. Welche ästhetischen Motive und Formen Künstler seit Jahrhunderten diesem Thema abgewinnen und wie sie ihm in ihren Bildern Ausdruck verleihen (wie etwa in romantischen Idyllen im 19. Jahrhundert oder in kritischen Dokumentationen im ausgehenden 20. Jahrhundert) präsentiert die Ausstellung exemplarisch anhand ausgewählter Beispiele vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart.

 

Gezeigt werden Werke von:

Jakob Bräckle | Daniel Bräg | Anton Braith | Karl Caspar | Maria Caspar-Filser | Hans Dieter | Otto Dix | Friedrich Eckenfelder | Ralph Fleck | Hans Gassebner | Gabriela Gerber und Lukas Bardill | HAP Grieshaber | Sebastian Habenschaden | Robert Häusser | Erich Heckel | Erwin Henning | Paul Kälberer | Leopold Graf von Kalckreuth | Anselm Kiefer | Emil Kiess | Wilhelm Kimmich | Christian Landenberger | Christian Mali | Johann Baptist Pflug | Werner Rohland | Rudolf Schlichter | Peter Jakob Schober | Theodor Schüz | Traude Teodorescu-Klein | Alfred Wais | Peter Weydemann | Heinrich von Zügel

 

 




Wilhelm Friedrich Gmelin. Veduten und Ideallandschaften der Goethezeit

25. Juli - 7. November 2010

 

Wilhelm Friedrich Gmelin, 1760 in Badenweiler geboren, war zu seiner Zeit einer der angesehensten Zeichner und Stecher von Ideallandschaften und Veduten. Nach seiner zehnjährigen Ausbildungszeit in Basel begab er sich 1787 nach Rom, wo er den größten Teil seines Lebens verbrachte und 1820 starb.

In Italien machte er Bekanntschaft mit Karl Philipp Moritz und Johann Wolfgang v. Goethe, der seine Wertschätzung für Gmelin mehrfach ausdrückte. Er verkehrte in Rom freundschaftlich im Hause Wilhelm v. Humboldts und seiner Gattin Karoline, mit Carl Ludwig Fernow, Johann Gottfried Seume, Friederike Brun und dem Grafen von Stolberg.

Gmelins Werk umfasst größtenteils Zeichnungen und Originalstiche mit Ansichten der wichtigsten landschaftlichen und architektonischen Sehenswürdigkeiten der Umgebung Roms und Neapels. Neben den eigenen Veduten und Ideallandschaften schuf er Radierungen und Stiche nach Gemälden von Jakob Philipp Hackert, Claude Lorrain, Nicolas Poussin und Gaspard Dughet. Außerdem fertigte er Illustrationen und Vorlagen für wissenschaftliche Werke – wie die großformatigen farbigen Blätter der Erdmannshöhle im Südschwarzwald und botanische Zeichnungen für seinen Bruder Carl Christian.

Stilistisch zeichnet seine Blätter sowohl eine präzise Sachlichkeit in der Wiedergabe der Einzelmotive aus, der auch die Schärfe und der Reichtum in den Details entspricht, als auch eine stimmungshafte Gesamtwirkung, die aus dem lebhaften Kontrast der unterschiedlichen Materialien und dem Einsatz des Lichtes entsteht.

Umfassende Konvolute seiner Werke befinden sich in fast allen bedeutenden deutschen und einigen europäischen Museen.

Mit der Ausstellung im Kunstmuseum Hohenkarpfen, im Jahr seines 250. Geburtstags, wird das Werk Gmelins zum ersten Mal überhaupt in einem repräsentativen Überblick mit über sechzig Zeichnungen und Graphiken gewürdigt. Ergänzt wird die Präsentation um einige Zeichnungen und Druckgraphiken zeitgenössischer Künstler, Freunde und Konkurrenten, mit denen Gmelin in Kontakt stand, darunter Joseph Anton Koch oder Johann Christian Reinhart und seine Mitstreiter Dies und Mechau.

 




Gustav Kampmann – Zwischen Tag und Nacht.

Gemälde, Zeichnungen, Lithographien

 

28. März – 18. Juli 2010

 

Gustav Kampmann (Boppard/Rhein 1859–1917 Bad Godesberg) gehört zu den bedeutendsten badischen Malern an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Nach seinem Studium an der Großherzoglich-Badischen Kunstschule 1878–83 unternimmt er mehrere Studienreisen durch Deutschland und schließt von 1884 bis 1887 einen weiteren Studienaufenthalt in München an. Bis zu seinem Tod 1917 folgen weitere Reisen nach Belgien, Holland, Spanien, Nordafrika, in die Schweiz und nach Wien. 1890 zieht er nach Grötzingen, wo er neben Friedrich Kallmorgen zum wichtigsten Mitglied der Grötzinger Künstlerkolonie wird und 1896 zu den Gründungsmitgliedern des Karlsruher Künstlerbundes gehört. Bis zu seinem Lebensende bleibt Kampmann eine prägende Gestalt des Karlsruher Kunstlebens.

Mit einer Reihe seiner reduzierten, flächig gemalten Landschaftsbilder steht Kampmann einzig da im Feld der zeitgenössischen deutschen Landschaftsmalerei. Viele seiner Gemälde leben von subtilen Farbharmonien und delikaten Zwischentönen, die sich nicht in den Vordergrund drängen, sondern ihre atmosphärische Wirkung erst allmählich entfalten. In einigen anderen wie in den Lithographien setzt er Farbflächen geschlossener und kontrastreicher ein und entwickelt die teilweise ganz reduzierten Kompositionen aus großzügigen zusammenfassenden Flächen oder Strichen. Auch in den Zeichnungen nutzt er die kompositorische Reduktion und lebhafte Helldunkel-Kontraste für die Erzeugung stimmungshafter Lichteffekte.

Die Ausstellung gibt einen umfassenden Einblick in das Werk Kampmanns. Dabei liegen die Schwerpunkte in der Auswahl der Gemälde, Zeichnungen und Lithographien auf den reduzierten und konzentrierten Werken der Reifezeit und auf den Motiven, die in der Umgebung von Karlsruhe sowie den Gegenden zwischen dem Schwarzwald, der Baar und dem Bodenseegebiet entstanden sind.

 




"Als München leuchtete".

Die Künstlergruppe Scholle und Leo Putz.

Malerei der Jahrhundertwende aus der Sammlung Siegfried Unterberger

 

26. Juli bis 8. November 2009

 

Im regen Kunstleben Münchens an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert spielte die 1899 gegründete Künstlergruppe Scholle, zu der sich bald als prominentester Vertreter Leo Putz gesellen sollte, eine herausragende Rolle. Zwischen Münchner Secession und Blauem Reiter stand die Malerei der Mitglieder dieser Gruppe für Aufbruch und Fortschritt in der Kunst der Zeit – einer Zeit, in der „München leuchtete“, wie es Thomas Mann in seiner Erzählung „Gladius Dei“ formuliert hat.

Die Künstler der Gruppe hatten an der Akademie in München studiert und fanden sich im Umfeld der 1896 gegründeten und für die folgenden Jahre stilprägenden illustrierten Wochenschrift Jugend zusammen. Eher lose verbunden und keiner festgelegten ästhetischen Ideologie verpflichtet legten sie programmatisch Wert auf die jeweils individuellen Prinzipien und Eigenschaften, aus denen jeder der Künstler sein Werk schaffen sollte. So finden sich in ihren Werken Stilelemente vom Impressionismus bis zum Jugendstil und das ganze thematische Spektrum der Themen von den klassischen Gattungen Portrait, Akt, Landschaft, Stillleben bis zu vielfigurigen symbolistischen Bildphantasien. Die Künstler der Scholle sorgten mit ihren gemeinsamen Ausstellungen in München, Wien oder Berlin für großes Aufsehen und genossen hohes Ansehen.

Unter den Künstlern erfreute sich der aus Meran gebürtige Leo Putz bei Publikum und Kritik der größten Beliebtheit. Das gilt vor allem für seine Frauenportraits und weiblichen Akte, in denen das kraftvolle Kolorit und die sinnliche Raffinesse seiner Malerei besonders zur Geltung kommen.

Von den nachfolgenden Avantgarde-Bewegungen in den Hintergrund gedrängt, war die Scholle lange fast vergessen. Dass sie in den letzten Jahren wieder in das Licht der Aufmerksamkeit rückte, ist auch ein Verdienst des Sammlers Siegfried Unterberger, der die bedeutendste private Sammlung mit Werken von Künstlern der Scholle zusammengetragen hat. Aus dieser Sammlung zeigt die Ausstellung im Kunstmuseum Hohenkarpfen etwa 40 Werke. Seiner herausragenden Stellung in dieser Gruppe entsprechend nimmt Leo Putz den größten Raum ein. Von ihm sind mehrere Hauptwerke zu sehen, darunter das seinerzeit skandalträchtige „Bacchanale“ und großformatigen Frauenbildnisse „Morgensonne (Sommerträume)“ und „Am Ufer“.

 

Werke der folgenden Künstler sind in der Ausstellung zu sehen:

 

Gustav Bechler (1870–1959)

Reinhhold Max Eichler (1872–1947)

Fritz Erler (1868–1940)

Erich Erler (-Samaden) (1870–1946)

Max Feldbauer (1896–1948)

Walter Georgi (1871–1924)

Adolf Höfer (1869–1927)

Adolf Münzer (1870–1953)

Walter Püttner (1871–1953)

Leo Putz (1869–1940)

Franz Wilhelm Voigt (1867–1949)

Robert Weise (1870–1923)

 

Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen:

Edition Minerva, 96 S., 60 Abb.,

ISBN 978-3-938832-47-9, 29,90€ (im Buchhandel)

 


Präsentation der Ausstellung im SWR am 02.September 2009


www.swr.de/bw-aktuell/-/id=98428/did=5172044/pv=video/gp1=5321466/nid=98428/1lvoy2n/index.html




Künstlerfreunde am Hochrhein

5. April – 19. Juli 2009

 

 

Die Ausstellung Künstlerfreunde am Hochrhein entfaltet den lebendigen Zusammenhang des Kunstlebens beiderseits des Hochrheins an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Sie gibt einen umfassenden Einblick in das Netz der künstlerischen Beziehungen und dokumentiert die engen Verflechtungen des Schweizer Kunstlebens mit dem süddeutschen Raum, insbesondere den Städten München, Karlsruhe und Stuttgart, mit ihren Akademien, an denen auch die meisten der Schweizer Künstler ihr Studium absolvierten und einander kennenlernten.

Auf Schweizer Seite bildeten sich in dieser Zeit neben den größeren Städten Basel, Bern und Zürich mit dem Freundeskreis um Hans Sturzenegger in Schaffhausen und der Künstlerkolonie um Hermann Gattiker in Rüschlikon weitere künstlerische Zentren heraus. Sie wurden zu Treffpunkten einer Reihe von deutschen und Schweizer Künstlern, die einander freundschaftlich verbunden waren und in ihrer Zeit eine für das Kunstleben dieser Landschaft bedeutende Rolle gespielt haben.

Zu ihnen gehören neben den genannten insbesondere Richard Amsler, Wilhelm Balmer, Hans Brühlmann, Gustav Gamper, Ernst Kreidolf, Ernst Georg Rüegg, Albert Welti, Fritz und Gret Widmann und Ernst Würtenberger.

Im Spannungsfeld einer Verwurzelung in der Tradition und dem Aufbruch in die Moderne verband diese Künstler die Suche nach einem eigenen künstlerischen Ausdruck in der intensiven Auseinandersetzung mit ihren Lehrern und Vorbildern und den neueren Tendenzen der Malerei. Dementsprechend wird der Kreis dieser Künstler in der Ausstellung ergänzt um jene die für sie als Lehrer oder Vorbilder wichtig waren, vor allem Arnold Böcklin, Hans Thoma und Ferdinand Hodler.

Mit der Einbeziehung der engen Verbindungen zu zeitgenössischen Autoren und Dichtern – u.a. Gottfried Keller, Emil Strauss und Hermann Hesse, der auch als Maler präsent ist – wird die Perspektive der Ausstellung darüber hinaus kulturhistorisch erweitert.

 

Die Ausstellung entstand in enger Kooperation mit der Sturzenegger-Stiftung und dem Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen. Außerdem präsentiert sie weitere hochkarätige Leihgaben aus weiteren Museen und privaten Sammlungen, darunter einige, die zum ersten Mal überhaupt öffentlich ausgestellt werden.

 

 

Pressemitteilung

 

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Vor den Alpen. Malerei der Münchner Schule

München stieg im 19. Jahrhundert zur wichtigsten deutschen Kunststadt auf. Neben der staatlich geförderten akademischen Historienmalerei florierte in der bayerischen Hauptstadt und ihrer Umgebung das erzählende Genrebild und die Landschaft, die hier noch vor allen anderen Kunstzentren eine führende Rolle spielte. Die Münchner Schule etablierte sich schnell als bedeutendste Schule der Landschaftsmalerei in Deutschland.

Die Ausstellung spannt anhand von Werken aus zahlreichen Privatsammlungen, den Bogen von der romantischen Naturschilderung der Frühzeit bis zur klassischen Moderne Anfang des 20 Jahrhunderts. Die Auswahl der Bilder verdeutlicht die spezifische Eigenart dieser Landschaft und ihrer Bewohner als Inspirationsquelle für die Künstler.

Mit Werken von über sechzig Künstlern, darunter Landschaften von Carl Rottmann, Christian Morgenstern, Eduard Schleich d.Ä., Adolf Lier, Wilhelm Trübner und Julius Exter, und Bildnisse von Franz von Defregger, Franz von Lenbach und Wilhelm Leibl, dokumentiert die Ausstellung „Vor den Alpen“ den Reichtum der Malerei der Münchner Schule über einen Zeitraum von einhundert Jahren.

 

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Fritz Steisslinger. Ortswechsel - Landschaften und Städtebilder 1919-1939

Fritz Steisslinger zählt zu den Künstlern, die mit ihrem expressiven Stil im Dritten Reich nicht erfolgreich waren und nach dem Zweiten Weltkrieg, in der Hochzeit der abstrakten Malerei, geradezu in Vergessenheit gerieten.

Die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen war für Steisslinger (1891–1957) eine Zeit von innerer und äußerer Unruhe, während der er mehrfach den Wohnsitz wechselte und viel auf Reisen war. In dieser Zeit entwickelte er einen eigenständigen malerischen Stil, der sich durch Spontaneität, expressive Dynamik und den leuchtend kontrastreichen Einsatz der Farben auszeichnet. Von seinen jeweiligen Aufenthaltsorten und Reisestationen ließ sich Steisslinger zu zahllosen gemalten und gezeichneten Ansichten anregen. Die Ausstellung zeigt über 70 der zwischen den Kriegen entstandenen Landschaften und Städtebilder, die zu den Höhepunkten seines Werkes zählen.

 

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"StillLEBEN" - Werke südwestdeutscher Maler des 20. Jahrhunderts

23. JULI - 12. NOVEMBER 2006

 

Von figürlicher Stilllebenmalerei zur abstrakten Komposition ist der übergang fließend. Dies ist ein Grund, weshalb die Bildgattung Stillleben im 20. Jahrhundert eine gewisse Renaissance in der gegenständlichen Malerei feierte, nachdem sie im 17. Jahrhundert ihren Höhepunkt in der niederländischen Malerei erlebt hatte. Wie die Aktmalerei dient die Stilllebenmalerei in besonderem Maße der Schulung der Wahrnehmung und Gestaltungskraft des Künstlers. Von der Wahl der einzelnen Gegenstände zum Arrangement derselben setzt der Künstler seine kompositorischen, formalen und farblichen Vorstellungen um und kreiert so ein Stück Sehwirklichkeit.

Auch im deutschen Südwesten haben sich Maler im 20. Jahrhundert intensiv mit dieser Bildgattung auseinandergesetzt. Zwischen „Neuer Sachlichkeit”, Expressionismus, abstrakter und konkreter Kunst haben Maler die Möglichkeit genutzt, im Stillleben zu ihrem eigenen Stil zu finden.

Die Maler der „Neuen Sachlichkeit”, in dieser Ausstellung durch Alexander Kanoldt, Willi Müller-Hufschmidt und Paul Kälberer repräsentiert, haben in Stillleben die Magie der Dingwelt beschworen und zur Bezeichnung ãmagischer RealismusÒ beigetragen. In dieser realistischen Traditionslinie der Karlsruher Kunstakademie steht der Schnarrenberger-Schüler Peter Dreher, dessen Glas-Bilder Einflüsse zen-buddhistischer Gedankenwelt aufnehmen.

Ganz persönliche Pinselschrift und expressiver Ausdruck prägt dagegen die Stillleben von Hans Fähnle und Rose Sommer-Leypold. Riccarda Gohr, vom norddeutschen Expressionismus beeinflusst, unterrichtete die Studenten, u. a. Emil Kiess, an der von Paul Kälberer gegründeten Bernsteinschule anhand der Stillleben-Malerei über die Eigengesetzlichkeit der Farbe und kreierte selbst eindringliche Gestaltungen. In der Nähe der abstrakten Malerei untersucht Werner Rohland die Beziehungen von Format und Fläche, Farbe und Form und schafft Stillleben von eindrücklicher Schönheit. Die Stilllebenmalerei ist wesentlicher Bestandteil seines Werkes von den dreißiger Jahren bis in die siebziger des 20. Jahrhunderts. Das Spiel von Formen und Farben in klarer Komposition ist Thema der Stillleben von Walter Herzger.

Die Ausstellung macht die Ausprägung verschiedener Stilrichtungen des 20. Jahrhunderts anschaulich und verbindet formale Geschlossenheit mit individueller Vielfalt zu einem lehrreichen Augenschmaus.

 

In der Ausstellung sind ausgewählte Werke von:

Peter Dreher (geb.1932), Peter Dülberg (1911-1976), Hans Fähnle (1903-1968), Riccarda Gohr (Gregor-Grieshaber) (1907-1985), Friedemann Hahn (geb.1949), Ernst Hassebrauk (1905-1974), Erwin Henning (1901-1993), Julius Herburger (1900-1973), Walter Herzger (1901-1985), Hilde Hubbuch (1905-1971), Alexander Kanoldt (1881-1939), Paul Kälberer (1896-1974), Ida Kerkovius (1879-1970), Emil Kiess (geb.1930), Gerhard Köhler (geb.1928), Willi Müller-Hufschmidt (1890-1966), Rose Sommer-Leypold (1909-2003) und Werner Rohland (1899-1974).


 
Öffnungszeiten:
Von Palmsonntag bis zum Wochenende vor Martini

Mi. bis So. und an Feiertagen von 13.30-18.30 Uhr

Achtung: Winterpause

ab dem 13. November 2017

 

Saison im Jahr 2018:

25. März bis 11. November




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mit weiteren aktuellen Informationen der Kunststiftung Hohenkarpfen






Letzte Veranstaltung

LITERARISCHER KEHRAUS

 

Die aufwühlende Geschichte eines verfehlten Lebens. Präzise die Sprache, eindringlich der Klang, beeindruckend entworfen, zart und konzentriert. - Die Schriftstellerin Nina Jäckle (Berlin) liest aus ihrem neuen Roman "Stillhalten".

 

Sonntag, 12.11.2017, 16 Uhr, Kunstmuseum Hohenkarpfen