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Aktuelle Ausstellung - ab 14. April 2019
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Aktuelle Ausstellung - ab 14. April 2019

Idylle und Apokalypse - Rudolf Schlichters Landschaften



14. April bis 21. Juli 2019

 

Rudolf Schlichter (Calw 1890 – München 1955) war Maler, Zeichner und Schriftsteller — eine faszinierende Persönlichkeit mit obsessivem Charakter, widersprüchlichen Meinungen und Idealen. Das umfangreiche Gesamtwerk des Künstlers reicht von frühen akademisch geschulten Arbeiten über Jugendstil, Dada, Neue Sachlichkeit, expressiven Realismus bis hin zum Surrealismus der Nachkriegszeit. Er gilt neben George Grosz und Otto Dix als einer der bedeutenden Vertreter des veristischen Flügels der Neuen Sachlichkeit, zu deren Kernbestand seine Porträts, Stadt- und Milieuszenen gehören.

 

1890 in Calw im Nordschwarzwald geboren, besuchte Schlichter die Kunstgewerbeschule in Stuttgart und die Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde er Teil der künstlerischen Avantgarde in Berlin. In der Krise der Weimarer Republik und politisch resigniert fand er zurück zum katholischen Glauben, brach mit dem Kommunismus und näherte sich den neuen Nationalisten um Ernst Jünger an.

 

1932 kehrte Schlichter aus der Metropole nach Süddeutschland zurück und konzentrierte sich in Rottenburg am Neckar vorübergehend fast ausschließlich auf die Darstellung der Landschaft. Neben Gemälden entstanden Hunderte von Zeichnungen, von denen viele im Kontext eines geplanten Landschaftsbuchs stehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg, den er in München erlebte, setzte sich Schlichter in surreal anmutenden Landschaften und apokalyptischen Bildern mit den vorausgegangenen Ereignissen des Dritten Reichs auseinander und thematisierte den Verlust von Menschlichkeit in der modernen Zivilisation. 1948 und 1954, ein Jahr vor seinem Tod, nahm Rudolf Schlichter an der Biennale von Venedig teil.

 

Seit 1970 wurde Schlichters Werk in Ausstellungen u. a. in Mailand, München, Berlin, Tübingen und Koblenz wiederentdeckt. Das Kunstmuseum Hohenkarpfen stellt erstmals umfangreich Schlichters Landschaften aus. Damit werden die Bedeutung der Landschaft für das Gesamtwerk Schlichters wie auch Schlichters Stellung als Landschaftsmaler wissenschaftlich aufgearbeitet. Zur Ausstellung erscheint im Südverlag in Konstanz ein umfangreich illustriertes Begleitbuch mit Beiträgen von Dr. des. Christian Drobe, Dr. Dirk Heißerer, Mark R. Hesslinger M.A., Dr. Sigrid Lange und Professor Dr. Olaf Peters.

 

Neben privaten Sammlern konnten als Leihgeber die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen – Pinakothek der Moderne in München, das Kunstmuseum Stuttgart, die Sparkasse Pforzheim Calw, die Städtischen Museen Calw, das Kunstmuseum der Stadt Albstadt, das Diözesanmuseum Rottenburg, die Sammlung Frank Brabant in Wiesbaden, die Sammlung Christina und Volker Huber in Offenbach am Main und Fischer Kunsthandel & Edition in Berlin gewonnen werden.

 

Die Ausstellung wird gefördert von der Privaten Stiftung Ewald Marquardt für Wissenschaft und Technik, Kunst und Kultur, der Aesculap AG, der Sparkasse Pforzheim Calw, der Kreissparkasse Rottweil, der Kreissparkasse Tuttlingen, der Sparkasse Schwarzwald-Baar und dem Regierungspräsidium Freiburg.
















Rudolf Schlichter: Der Sturm, 1914, Aquarell, 33,5 x 44,5 cm, Sammlung Christina und Volker Huber, Offenbach am Main; Schwarzwaldbach, 1927, 61,5 x 45,5 cm, Z-1582, Kunstmuseum Stuttgart; Schwarzwaldlandschaft (mit Eisenbahn), 1930, Aquarell, 58,5 x 60,8 cm, Sammlung der Sparkasse Pforzheim Calw; Kornbühl bei Salmendingen, 1933, Öl auf Leinwand, 56,5 x 79 cm, Stiftung Sammlung Walther Groz, Kunstmuseum der Stadt Albstadt; Wurmlinger Kapelle, 1933, Öl auf Leinwand, 55 x 77 cm, Sammlung der Sparkasse Pforzheim Calw; Killertal bei Jungingen / Mittelgebirgslandschaft, 1934, Öl auf Leinwand, 64 x 92,3 cm, Sammlung Christina und Volker Huber, Offenbach am Main; Speedy als Madonna vor Schwäbischer Alb, 1930-1934, Öl auf Leinwand, 94 x 65 cm, Kunststiftung der Sparkasse Pforzheim Calw; Selbstbildnis, 1936, Öl auf Leinwand, 77,5 x 55 cm, Sammlung Christina und Volker Huber, Offenbach am Main; Die Geier / Einsamkeit / Zwei Geier in einer wilden Gebirgspartie, 1927, Öl auf Leinwand, Dauerleihgabe, Städtische Museen Calw; Gestade der Verlassenheit, 1947, Öl auf Leinwand, 64 x 92,3 cm, Kunststiftung der Sparkasse Pforzheim Calw; Stellvertretend für Aphrodite, 1953, Mischtechnik, 71 x 50 cm, Sammlung der Sparkasse Pforzheim Calw; Alpenkette, o. J. (um 1950-1955), Gouache, 49,5 x 61 cm, Kunststiftung der Sparkasse Pforzheim Calw.


 
Öffnungszeiten:
Von Palmsonntag bis zum Wochenende vor Martini

Mi. bis So. und an Feiertagen von 13.30-18.30 Uhr

Achtung: Winterpause

bis zum 13. April 2019

 

Saison im Jahr 2019:

14. April bis 10. November




Nächste Führungen

Mittwoch, 24.04.2019, 17 Uhr

Mittwoch, 01.05.2019, 17 Uhr

Sonntag, 05.05.2019, 16 Uhr

 

Kunsthistorische Führung durch die Ausstellung Idylle und Apokalypse - Rudolf Schlichters Landschaften




Nächste Veranstaltung

Freitag, 3. Mai 2019, 17 Uhr, Kunstmuseum Hohenkarpfen

 

BLAUE STUNDE

Ein lachend Bild herabgeglänzt - Die Schauspielerin Renate Czaja trägt aus Rudolf Schlichters literarischem Werk vor.




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